SMOKE IN TIME

SMOKE IN TIME (Child On The Water)
in memoriam Jon Lord 2012.

Re-enactment für Multikassettenrekorder, Hallspirale, Netzbrummen sowie Schlußakkorde und Zuschauerlärm von Deep Purple Konzerten
SMOKE IN TIME cover
Livekonzerte prägen ihre eigenen Darbietungsrituale aus, die Rockmusik ebenso wie Klassik oder Neue Musik. SMOKE IN TIME folgt dem Ablauf des Rockkonzerts: Aufmarsch der Band, begeisterter Begrüßungsapplaus, Einstöpseln und Ausprobieren der Instrumente, Feedback und technische Geräusche. Es folgen Schlagzeug, Bass, Gitarrensolo, obsessive Wiederholung als Ritualisierung der Mikrostruktur und schließlich der krachende Schlußakkord mit Applaus-Nachhall.
Hier werden archaische Patterns eingesetzt, die Rockgeschichte geschrieben haben, unzählige Male nachgespielt wurden und in jeder Abwandlung wiedererkennbar und verfremdungsresistent bleiben.
Nur wenige Komponisten können sich glücklich schätzen, eine der universellen Musikformeln gefunden (und am Markt durchgesetzt) zu haben, die fast jeder auf Anhieb erkennt wie Beethovens Fünfte oder die kleine Nachtmusik.
Während die Heroen der Rockepoche allmählich von der Bühne abtreten, übernehmen hier Kassettenrekorder als damals bevorzugtes Abspielmedium selbst die Instrumente und greifen ins Geschehen ein, wobei ihre technische Unzulänglichkeit nun Störung und Ungenauigkeit ritualisiert.

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